Geschichte

Begonnen hat es eigentlich damit, dass im Jahre 1597 Herzog Wilhelm V. (der Fromme) „Gründer des Hofbräuhauses“ seine Amtsgeschäfte niederlegte und sich die Schwaige Schleißheim als Alterswohnsitz erwarb. Hier wurde Viehzucht im großen Stil betrieben.

Im Jahre 1616 liess sein Sohn Maximilian das Herrenhaus abreißen und baute an dieser Stelle das heutige „Alte Schloss“. Damals war die Schlosswirtschaft allerdings keine öffentliche Wirtschaft, sondern diente zur Verköstigung der freien Bediensteten des Gutes Schleißheims. Der Sohn Maximilians I., Ferdinand Maria, und seine Gemahlin Adelaide, fühlten sich in Schleißheim ebenfalls sehr wohl. Am 26. Mai 1679 verstarb Ferdinand Maria im Erkerzimmer des Alten Schlosses.

Etwas später entstand wohl auch die Schlossbrauerei. Es war das alleinige Recht der Wittelsbacher, neben dem „Braunbier“ in Bayern auch das sogenannte weiße „Weizenbier“ zu brauen. Als eigenständige Wirtschaft zur „Verköstigung“ der „Pilger und Reisenden“ durften zu Beginn des 19. Jahrhunderts „Speisen und Getränke" verabreicht werden.

Einen großen Aufschwung nahm die Schlosswirtschaft nach dem Bau der Eisenbahn nach Landshut. Maler und Schriftsteller fanden nach Schleißheim. Ein Großteil dieser Künstler war vom Ort und von der Umgebung so angetan, dass sie sich in der Drei-Schlössergemeinde niederließen. Nach der Errichtung des ältesten Flugplatzes in Bayern, am 01. April 1912, wurde die Schlosswirtschaft auch Stammlokal der Schleißheimer Flieger. Ein Gästebuch, das im Jahr 1911 von der Bedienung „Annerl“ angelegt wurde, zeigt, welch illustren Gäste sich danach in der Schlosswirtschaft wohl fühlten.

Die Reihe guter Wirtsleute begann um die Jahrhundertwende mit Franziska Gassner, Michael Haselberger, dem fast schon legendären Hans Heiserer und wird nun fortgesetzt durch die Familie Blass.